Überwärmungsbehandlung (Hyperthermie)

Was ist das Ziel der Behandlung?

Die Überwärmungsbehandlung (Hyperthermie) kann als einzelne Maßnahme oder zusätzlich zu einer Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt werden.
Ist es möglich die kranken Zellen auf 42,5 bis 44░C zu erhitzen und sie dadurch zu zerstören, so kann die Überwärmungsbehandlung als Einzelmaßnahme durchgeführt werden, oft werden diese Temperaturen jedoch nicht erreicht, so daß die Behandlung zur Ergänzung einer Strahlen- oder Chemotherapie eingesetzt wird.
Durch dass das kranke Gewebe zusätzliche zur Strahlen- oder Chemotherapie auf 41 bis 42░C erwärmt wird, kann entweder die Strahlendosis, bzw. die Dosis der Chemotherapie-Medikamente verringert werden oder deren Wirkung verbessert werden.

Wie wird die Behandlung durchgeführt?

Die Überwärmung des Gewebes wird mit elektromagnetischen Wellen erreicht. Hyperthermie-GerätDiese elektromagnetischen Wellen werden von einem ringförmigen Gerät - dem Applikator (1)- erzeugt, dass um den kranken Körperteil herum angebracht wird.
Die Temperatur im kranken Gewebe wird über Temperatursonden gemessen. Diese werden von außen über dünne Schläuche in das kranke Gewebe eingeführt.
Der Patient wird im Hyperthermieraum auf eine Hängematte (2) gelegt, das Hyperthermiegerät (1) wird um die Körperregion geschoben und der Zwischenraum zwischen Körper und Applikator wird mit einem Wasserkissen zur Kühlung der Haut ausgefüllt.
Um die richtige Temperatur des kranken Gewebes genau überprüfen zu können, wird der Patient mit dem Hyperthermiegerät in einen Magnetresonanztomographen (3) gefahren. Dort findet die Überwärmungsbehandlung dann statt.

Welche Probleme können auftreten?

Die Folgen der Strahlen-, bzw. Chemotherapie, können durch eine Hyperthermie verstärkt werden.
Darüber hinaus können Verbrennungen (Überwärmung gesunden Gewebes) auftreten. Während der Behandlung beginnende Schmerzen sollten sofort dem behandelnden Arzt mitgeteilt werden, um Verbrennungen zu vermeiden.

Weitere Nebenwirkungen sind:
- erhöhter Herzschlag,
- Blutdruckanstieg oder -abfall während der Überwärmung,
- Schweißausbruch und leichte Erhöhung der Körpertemperatur,
- Schmerzen im Überwärmungsgebiet (sofort den Arzt informieren!),
- Rötung der Haut, seltener Blasenbildung,
- Gewebswasseransammlungen im überwärmten Gebiet mit Schwellungen,
- Austritt klarer oder trüber Gewebsflüssigkeit an den Eintrittstellen der Temperatursonden
- Infektionen, Verletzungen von Nachbarorganen, Nerven und Blutgefäßen durch das Einbringen von Temperatursonden

Mögliche Spätfolgen:
- Hautverfärbung, Vernarbung
- Verhärtung oder Schrumpfung des Unterhautgewebes oder der Muskulatur
- örtlich begrenztes Absterben (gesunden) Gewebes, das ggf. weitere Operationen erforderlich macht
- Schmerzen, Blutungen, Entzündungen
- Beeinträchtigung von Organen, deren Funktionen, von benachbarten Gefäßen und Nerven

Was ist zu beachten?

Vor der Überwärmungsbehandlung
Metallteile, die in das Magnetfeld des Magnet-Resonanz-Tomographen gelangen, können zu Verletzungen führen. Folgende Gegenstände sollten unbedingt vor Betreten des Behandlungsraumes abgelegt werden:
- Uhr, Brille, Ohrringe, sonstiger Schmuck
- Scheck-Karten (der Magnetstreifen wird sonst gelöscht!),
- Metallteile an der Kleidung
- Geldmünzen, Kugelschreiber, Schlüssel und andere Metallteile
- beweglicher Zahnersatz,
- Hörhilfe,
- künstliche Gliedmaßen mit Metallanteilen

Wie lange dauert eine Hyperthermie?

Die Zahl und Dauer der Behandlungen ist unterschiedlich und hängt davon ab, ob die Überwärmungsbehandlung als alleinige Massnahme oder ergänzend eingesetzt wird, ob sie mit einer Chemo- oder einer Strahlentherapie kombiniert wird und welcher Körperbereich überwärmt werden soll.
Bei einer Strahlentherapie wird die Überwärmungsbehandlung in der Regel ein- bis zweimal wöchentlich direkt vor oder nach der Bestrahlung durchgeführt. Der Zeitraum zwischen Bestrahlung und Überwärmung sollte fünf Stunden nicht überschreiten.
Bei einer Chemotherapie wird die Überwärmungsbehandlung höchstens zweimal pro Woche angewandt. Hier werden die zytostatischen Medikamente während der Überwärmung verabreicht.

Wo liegen die Grenzen einer Operation?

Je größer ein Tumor ist, desto besser kann er überwärmt werden. Bei kleinen Tumoren ist eine Überwärmungsbehandlung (Hyperthermie) dagegen schwierig - hier können nur schwer die benötigten Temperaturen erreicht werden. Darüberhinaus ist eine Behandlung von Patienten schwierig, die enge Räume fürchten, da das Hyperthermiegerät und seine Wasserkissen direkt den Körper umschließen und darüberhinaus eine Temperaturkontrolle im Magnet-Resonanz-Tomographen (MRT) durchgeführt wird, die es erfordert, den Patienten mit dem Überwärmungsgerät in den engen MRT-Kanal einzuführen.

Wie ist eine Operation?

Die von dem Überwärmungsgerät (Applikator) umschlossenen Körperteile werden während der Untersuchung sehr warm, wodurch sich auch der Rest des Körpers erwärmt. Das Gefühl ist mit dem Hitze-Gefühl in einer Sauna vergleichbar. Darüber hinaus wird die Enge im Untersuchungsgerät und dem MRT zum Teil als unangenehm empfunden.

Haben Sie noch Fragen zur Überwärmungsbehandlung (Hyperthermie)?