Gewebeentnahme (Biopsie)

Wozu dient die Untersuchung?

Um das Gewebe (z. B. Tumorzellen) im Labor genauer untersuchen zu können, wird es dem Körper mit verschiedenen Methoden entnommen. Dies geschieht entweder durch einen kleinen Hautschnitt, nach dem ein kleines Knochenstück entnommen wird (Knochenbiopsie) oder an gut zugänglichen Körperstellen mit Hilfe einer Spritze, die zu dem gewünschten Gewebe geführt wird und mit der dieses Gewebe dann abgesaugt wird (Feinnadelbiopsie). Außerdem ist es möglich im Rahmen einer Spiegelung oder einer Operation krankheitsverdächtiges Gewebe in kleinen Mengen herauszuschneiden und so eine Gewebeprobe zu entnehmen.

Wie werden die Untersuchungen durchgeführt?

Wie die Gewebeprobe entnommen wird, hängt davon ab, wo sie entnommen werden soll.

Soll Knochengewebe entnommen werden, so wird dies in örtlicher Betäubung oder Narkose getan. Nach einem kleinen Hautschnitt wird aus dem betreffenden Knochen ein kleines Stück herausgenommen.

Geht es um Gewebeproben der Verdauungsorgane, so können diese während einer Spiegelung durch das Endoskop entnommen werden.

Körperflüssigkeiten oder Organgewebe können auch mit einer größeren Spritze entnommen werden. Um die Nadel zu dem Gewebe zu führen, das entnommen werden soll, kann die Biopsie/Punktion durch Ultraschall, Röntgen oder Computertomographie unterstützt werden.

Was ist zu beachten?

Was bei einer Gewebeentnahme während einer Operation oder Spiegelung zu beachten ist, entnehmen Sie bitte den entsprechenden Informationen.

Vor einer Gewebeentnahme mit einer Spritze (Punktion)
Wenn Brust- oder Bauchraum Gewebe entnommen werden soll, dann soll 4 Stunden vorher nichts gegessen werden.
Haben Sie Bilder (Röntgen, CT) von dem Organ, das punktiert / biopsiert werden soll? Bitte zur Punktion/Biopsie mitbringen

Nach der Gewebeentnahme mit einer Spritze (Punktion)
Wenn Sie während der Untersuchung ein Schmerz- und/oder Beruhigungsmittel bekommen haben, dürfen sie in der Regel am Untersuchungstag nicht mehr aktiv am Straßenverkehr teilnehmen (Auto- oder Fahrrad fahren) und keine gefährdenden Maschinen bedienen.

Nach der Entnahme sollte Druck auf die Einstichstelle der Punktionsspritze ausgeübt werden, um die Blutung zu stillen. Dies kann wenige Minuten bis zu zwei Stunden (bei einer Gewebeentnahme im Bauchraum) dauern.

Bei Nachblutungen oder länger anhaltenden Schmerzen an der Einstichstelle sollten sie den behandelnden Arzt informieren.

Welche Probleme können auftreten?

In seltenen Fällen können bei der Untersuchung Probleme auftreten. Diese Probleme können zum einen als Folge der Untersuchungstechnik verursacht werden,
Spannungsgefühl, leichte Schmerzen
Blutergüsse, Blutungen
Bauchfellentzündung durch austretende Körperflüssigkeiten (Bei Punktionen im Bauchraum)
Luftansammlung im Brustfellraum (Bei Lungen-/Brustpunktion)
Infektion, Verletzung bis hin zum Verlust von punktierten Organen
zum anderen durch Medikamente, die verabreicht werden.
Beeinträchtigung der Atemfunktion (Beruhigungsmittel)
Herzkreislaufstörungen (Beruhigungsmittel)
allergische Reaktionen oder Überempfindlichkeitsreaktionen auf Kontrast- oder Betäubungsmittel

Wichtige Informationen für den behandelnden Arzt

Damit Ihr Arzt die Risiken der Untersuchung besser einschätzen und ggf. die richtigen Gegenmaßnahmen ergreifen kann, sind für ihn einige Informationen wichtig. Wir haben hier einen Fragebogen zusammengestellt, der - auch für andere Untersuchungen und Behandlungen - die wichtigsten Informationen abfragt. Diesen Fragebogen können Sie ausdrucken und ausgefüllt zu ihrem Arzttermin mitbringen.

Wie lange dauert eine Gewebeentnahme?

Die Dauer der Gewebeentnahme hängt von der Technik ab, die angewendet wird:
Eine Spiegelung dauert zwischen 30 und 60 Minuten, die Gewebeentnahme wird dort "nebenbei" durchgeführt.
Eine Gewebeentnahme mit einer Spritze (Punktion) dauert wenige Minuten bis zu einer halben Stunde.
Die Dauer eines Operation dauert, ist sehr unterschiedlich und hängt davon ab, was und wie operiert werden soll.

Wie häufig wird die Gewebeentnahme wiederholt und wovon hängt das ab?

Vorausgesetzt, es konnte genug Zellmaterial entnommen werden, um es im Labor untersuchen zu können, reicht jeweils eine Gewebeentnahme (Biopsie) des krankheitsverdächtigen Gewebes.

Wo liegen die Grenzen einer Gewebeentnahme?

Es muss genügend, für das krankheitsverdächtige Gewebe typisches Zellmaterial für eine Laboruntersuchung entnommen werden.
Zeigt das Gewebe unterschiedliche Zellstrukturen und es kann nur eine geringe Zellmenge entnommen werden, so besteht die Gefahr, das Gewebe nicht richtig beurteilen zu können.

Welche Ergebnisse bringt die Untersuchung?

Die Laboruntersuchung der Gewebeproben ermöglicht eine Entscheidung über die Gutartigkeit oder Bösartigkeit von Gewebe und eine Entscheidung um welche Art Gewebe es sich handelt. So kann zum Beispiel bestimmt werden, um welchen Tumor es sich genau handelt.

Sie haben Fragen zur Gewebeentnahme?