Vorbeugung & Nachsorge

Eine Frage, die Krebspatienten meist bewegt, ist die Frage "Wieso gerade ich?". Diese Frage hat zwei Richtungen: Zum einen ist es die Frage nach dem, was falsch gemacht wurde, zum anderen die Frage danach, wie man solche Fehler in Zukunft verhindern kann.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass zwar einzelne Krebsarten mit einigen Verhaltens- oder Umweltfaktoren in Verbindung gebracht werden (z. B. Lungenkrebs - Rauchen/Asbest), dass jedoch das Zurückführen einer Krebserkrankung auf eine Ursache allein als widerlegt angesehen werden kann und die Zusammenhänge zwischen den vermuteten Krankheitsauslösern und den verschiedenen Krebserkrankungen noch weitgehend unklar sind.

Das heißt jedoch nicht, dass sie nichts tun können. Auch wenn sich eine Krebserkrankung nach derzeitigem wissenschaftlichen Stand nicht direkt durch Verhalten oder Persönlichkeit beeinflussen und steuern lässt, so ist bei einem breiteren Blick auf die Erkrankung ein Spektrum an Möglichkeiten gegeben, wie sie als Patient aktiv werden können.

In zwei Bereichen sollen hier Möglichkeiten angesprochen werden:
- Früherkennung eines erneuten Auftretens der Erkrankung
- Vorbeugung unerwünschter Folgen und Nebenwirkung der Erkrankung

Verstehen Sie den Krebs nicht nur als Tumor, sondern als eine Erkrankung, die ihr Erleben, Verhalten und auch ihr soziales Umfeld bewegt, dann kann Vorsorge nicht nur verstanden werden als Verhindern eines neuen Tumors, sondern auch als Sichern und Verbessern von Lebensqualität. Zu dieser Lebensqualität kann sowohl eine ausgewogene Ernährung gehören, das Verarbeiten und Bewältigen der Angst vor einem Wiederkehren des Tumors (Rezidiv), und das Gestalten eines sozialen Umfeldes, das sie im Umgang mit der Krankheit unterstützt und so einen Beitrag zu ihrer Genesung leistet.

Angebote des medizinischen Personals

Ihre Ansprechpartner für die medizinischen Folgen Ihrer Erkrankung und Behandlung sind die Ärzte und Ärztinnen.
Sie geben Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die Untersuchung und Behandlung, geben Auskunft darüber, welches Verhalten und welche Ernährung die Behandlung unterstützt, welche Wirkungen und Nebenwirkungen Medikamente haben, welche Probleme bei Untersuchungen und Behandlungen auftreten können und wie man sich vor ihnen schützen kann.
Mit den Ärzten wird auch das Behandlungsziel abgesprochen und es können Behandlungsalternativen durchgesprochen werden, die zu diesem Ziel führen.

Angebote des Sozialen Dienstes

Die Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter ihres Krankenhauses helfen Ihnen bei der Vorbereitung auf den Alltag nach der Behandlung.
Finanzielle Ansprüche wie Krankengeld, Übergangsgeld, Sozialhilfe, Mehrbedarf, Erwerbsunfähigkeitsrente, Zuwendungen der Deutschen Krebshilfe
Häusliche Krankenpflege, Pflegeversicherung, Hilfsmittel, fahrbarer Mittagstisch
Anschlussheilbehandlung und Rehabilitationsmaßnahmen
gewünschte krankheitsbedingte Wohnraumveränderungen
Pflege-, Palliativ- und Hospizeinrichtungen
Ansprüche bzgl. Schwerbehindertengesetz
Kontakte zu Beratungsstellen, Selbsthilfegruppen, Nachgehende Krankenfürsorge am Heimatort
Beschulung im Hause für schulpflichtige Kinder
Klärende Kontakte zu Kostenträgern wie Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern

Angebote des Psychologischen Dienstes

Der psychologische Dienst ihres Krankenhauses kann sie während der Behandlung betreuen. Hier kann es darum gehen, Stress zu bewältigen und den neuen Anforderungen (im Krankenhaus, mit Mitpatienten, dem Krankenhauspersonal, der Familie oder Freunden) zu begegnen. Dazu dienen
Einzelgespräche mit Patientinnen: Vermittlung von Bewältigungsstrategien
Gemeinsame Gespräche mit Arzt und/oder Angehörigen: Vermittlung bei Schwierigkeiten
Gespräche und Beratung zu Krankheitsverständnis und -bewältigung
Gespräche und Beratung im Umgang mit Krankheits- und Therapiefolgen (Schlaflosigkeit, innere Unruhe, Trauer- und Angstgefühle, Schmerz, Übelkeit, Erbrechen, ...)
Allg. Beratung zu Gesundheitsverhalten
Trauer- und Sterbebegleitung
Entspannungsübungen
Entlastung in akuten Belastungssituationen

Psychotherapeutische Angebote

Zum Teil wird in einigen Häusern auch ein Psychotherapieangebot bereitgestellt, so kann beispielsweise eine Kunsttherapie dazu beitragen, die Auseinandersetzung mit der eigenen Erkrankung in einer kreativen Weise zu fördern.
Entspannung während des kreativen Arbeitens
Abwechslung im Krankenhausalltag
Trotz krankheitsbedingter Einschränkungen kreativ tätig sein
Sich bildnerisch ausdrücken, wo Worte fehlen
Unterstützung bei der Erarbeitung neuer Ausdrucksformen mit Hilfe von Farben, Mal- und Zeicheninstrumenten, Papier, Stoff, Ton.

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