aus:
1. Einleitung
1. Einleitung Die isolierte Extremitätenperfusion wird in der Therapie des malignen Melanoms und von Weichgewebssarkomen der Extremitäten eingesetzt. Sie ist in erster Linie eine regionale Therapiemaßnahme, wenngleich systemische Wirkungen induziert werden. Es kann somit auch nicht ausgeschlossen werden, daß über den regionalen Therapieeffekt hinaus auch systemische Mechanismen zur tumortoxischen Wirkung beitragen. Der Stellenwert der Extremitätenperfusion ist nur für einen begrenzten Indikationsbereich klar umrissener Indikationen gegeben. Das Prinzip der Extremitätenperfusion
besteht darin, daß in dem vom zentralen Kreislauf separierten Perfusionskreislauf
(Animation wäre toll) die tumortragende Extremität spezifisch
therapiert werden kann. Dabei können zum einen Zytostatika (Zellgifte)
in hoher Konzentration eingesetzt werden und durch den Tumor ohne systemische
Auswaschung perfundieren. In den letzten Jahren konnte die Applikation
von rekombinantem humanem Tumornekrosefaktor alpha (rhTNF 2. Technischer Ablauf Die Extremitätenperfusion beinhaltet demnach:
Die maximale Gewebekonzentration von Zytostatika wird oft erst nach einer Stunde erreicht, so daß die Perfusionszeit mindestens 60 Minuten nach Erreichen der Gewebehyperthermie (sog. milde Hyperthermie > 38° C) fortgesetzt werden sollte. Neben den Parametern wie Temperatur und Perfusionsdauer beeinflussen eine Reihe bislang unbekannter Faktoren das Perfusionsergebnis wie Flußraten, Zusammensetzung des Perfusats, Kombination von Zytostatika sowie deren Applikationsmodus. Die Untersuchungen zum Einfluß der verschiedenen Parameter auf die Remission (Rückbildung) von Melanommetastasen oder Weichgewebssarkomen sind derzeit noch rudimentär. Der Zugang zu den die Extremität versorgenden Gefäßen erfolgt meist im Bereich von Lymphabflußstationen. Eine Lymphdissektion bei Weichgewebesarkomen ist nur in Ausnahmefällen (Synovialsarkom, Rhabdomyosarkome) indiziert. Auch beim malignen Melanom ist die Lymphdissektion nicht obligater Bestandteil der Extremitätenperfusion. Eine Biopsie der Lymphknoten sollte jedoch erfolgen, um Klarheit über den Ausbreitungsstatus der Erkrankung zu erlangen. Eindeutig tumorbefallene Lymphknoten können jedoch in gleicher Sitzung durch Dissektion ausgeräumt werden. Das besondere Nebenwirkungsspektrum
der Extremitätenperfusion unter Verwendung von TNF? macht eine Leckkontrolle
zwingend erforderlich! Auch minimale Leckraten können für den
Patienten lebensbedrohliche Folgen haben, da die eingesetzte Dosis rhTNF 3. Medikamente 3.a Melphalan (Alkeran) ist das am häufigsten in der Perfusionsbehandlung eingesetzte Zytostatikum. Es wird sowohl als Mono- als auch in Kombinationstherapie angewendet, scheint jedoch anderen Substanzen nach Langzeitbeobachtung zumindest gleichwertig zu sein. Die Dosierung hängt vom Volumen der zu perfundieren Gliedmaße ab, um die individuellen anatomischen Verhält-nisse besser zu berücksichtigen (10 mg/l Gewebevolumen bei Perfusion des Beines, 13 mg/l am Arm). Aufgrund der kurzen Halbwertzeit von z. B. Melphalan empfiehlt sich eine kombinierte Applikation im arteriellen Schenkel durch initiale Bolusgabe und anschließende kontinuierliche Infusion. Als weitere Zytostatika kommen infrage bzw. wurden bisher verwendet:
3.b Seit der Erstpublikation
durch Liénard und Lejeune 1992 werden Extremitätenperfusionen
unter Verwendung von rhTNF Im Gegensatz zur direkt zytotoxischen
Wirkung der Perfusion mit Zytostatika wird ein Mechanismus über eine
Zerstörung der Tumormikrozirkulation über Endothelaktivierung
und konsekutiver hämorrhagischer Nekrosen diskutiert. Die hohe Dosis
an rhTNF 4. Postoperative Komplikationen 4.a Bei einem Leck von Zytostatika aus dem Perfusionskreislauf in den zentralen Kreislauf treten die spezifischen systemischen Nebenwirkungen der verwendeten Zytostatika auf, hierbei am häufigsten Brechreiz. Daneben ist in diesen Fällen auch mit einer Knochenmarksdepression zu rechnen, die klinisch jedoch meist nicht relevant ist. Als lokale Nebenwirkung an der perfundierten Extremität tritt fast immer eine Rötung und ein Ödem, gelegentlich mit Blasenbildung auf. Ausgedehnte Epidermiolysen oder die Entwicklung eines Kompartmentsyndroms sind in seltenen Fällen möglich. Letale Komplikationen treten bei ca. 1 % der Patienten auf, meist handelt es sich um pulmonale Embolien. Akutkomplikationen sind:
Alle Patienten, die einer
Extremitätenperfusion mit rhTNF Darüber hinaus ist auf
Grund der Schädigung der perfundierten Muskulatur mit einem Abbau
von Muskelproteinen (Myoglobin) zu rechnen. Postoperativ kann es über
eine Myoglobinämie zu einer Myoglobinurie (Crush-Niere) kommen. Die
Nierenfunktion muß durch eine forcierte Diurese und Harnalkalisierung
(Urin-pH > 8) gegengesteuert werden, da der Zerfall des Myoglobins in den
Eiweißanteil und Entwicklung des tubulustoxischen Häm verhindert
wird.
5. Indikation beim Weichgewebssarkom Die Indikation für eine isolierte hypertherme Extremitätenperfusion bei Weichgewebs-sarkomen ist akzeptiert bei lokal fortgeschrittenen Tumoren, die sonst einer chirurgischen Resektion nicht zugänglich sind, d.h. zur kompletten Entfernung des Tumors wäre eine Amputation oder Teilamputation erforderlich. Dabei ist die Extremitätenperfusion eine präoperative (neoadjuvante) Maßnahme (!), um durch Tumordevitalisierung bzw. dessen Verkleinerung eine Resektion zu ermöglichen. Dies gilt insbesondere für lokal rezidivierte Tumoren und für solche mit hohem Malignitätsgrad (Grading 3). Die Extremitätenperfusion alleine bietet nach derzeitigem Kenntnisstand keine kurative Behandlungsmaßnahme. Die Resektion des Residualtumors ist stets anzustreben. Demgegenüber kann in palliativer Intention beim metastasierten Sarkom ohne kurative Behandlungsoption die Extremitätenperfusion auch indiziert sein, um einen Beinerhalt zu ermöglichen. Eine Indikation zur adjuvanten
Perfusion ist bei Weichgewebesarkomen nicht gegeben.
6. Behandlungsergebnisse Die Ansprechraten für
die Extremitätenperfusion beim Weichgewebssarkom mit der Verwendung
von Zytostatika liegen zwischen 25 und 67 %, je nachdem, ob eine komplette
Tumorrückbildung oder eine Tumorverkleinerung mit ausgedehnter Nekrotisierung
im Resektat als Zielkriterium angesehen wird (Tabelle 1). Nach Tumorresektion
wird die Häufigkeit von Lokalreziven zwischen 11 und 30 % angegeben.
Die Überlebenszeit der Patienten wird vorwiegend durch den zugrunde
liegende Grading des Primärtumors und die damit verbundene Häufigkeit
des Auftretens von Lungenmetastasen bestimmt.
7. rh TNF-a plus Melphalan beim Weichgewebesarkom Die Extremitätenperfusion
mit TNF-a und Melphalan ist eine in Europa zugelassene neo-adjuvante Induktions-Chemotherapie
zum Down-Staging (Verkleinerung) von fortgeschrittenen Weichteilsarkomen
der Extremitäten.
Die klinischen Ergebnisse nach Anwendung der Extremitätenperfusion mit TNF-a und Melphalan zeigen eine komplette histologische Remission in 28 % und eine partielle Remission in zusätzlich 47 % (gesamte Ansprechrate 75 %, Eggermont, et al. Ann.Surg 224: 756, 1996). Beurteilungsverfahren wie
Angiografie, Positronenemissionstomografie (PET), MR-Spektroskopie werden
ebenfalls für die Responsebeurteilung herangezogen. Somit kann für
fortgeschrittene Weichgewebsarkome derzeit die TNF-a
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