DSS 2020 Slider GIST fr HP Hand auf DarmDerzeit werden neue Medikamente im Rahmen klinischer Studien in der Behandlung metastasierter/fortgeschrittener GIST untersucht. Dazu gehört auch der hochselektive Tyrosinkinaseinhibitor Avapritinib. Er richtet sich gegen Mutationen im KIT- und PDGFR-Rezeptor. Dies schließt die D842V Mutation ein, die nachweislich gegen alle bisher verfügbaren Medikamente resistent ist.

Insbesondere hier hat sich der Wirkstoff in allen Therapielinien als sehr wirksam erwiesen: Die Gesamtansprechrate lag bei 84 Prozent, die mediane Dauer der Therapie wurde noch nicht erreicht. Die Substanz wurde im Januar diesen Jahres für die Behandlung dieser Patientengruppe zugelassen.
 
Update 24. Juli 2020: Der Ausschuß für Humanarzneimittel (CHMP, Committee for Medicinal Products for Human Use) hat eine positive Empfehlung für den Wirkstoff bei erwachsenen Patienten mit nicht operablen oder metastasierten GIST mit PDGFRA D842V Mutation ausgesprochen. Die Europäische Komission muss nun eine finale Entscheidung über die EU-Zulassung des Wirkstoffs bei dieser Patientengruppe treffen. Diese wird bis spätestens Ende September 2020 erwartet. 
 
Aktuelle Ergebnisse zeigen nun jedoch, dass nicht alle GIST-Patienten profitieren. Im Rahmen einer Phase III Studie wurde die Substanz weiter untersucht: Sie verglich die Wirksamkeit von Avapritinib mit der von Regorafenib (Stivarga®) bei GIST-Patienten, die vorher schon mit Imatinib und/oder einem oder zwei anderen TKI behandelt wurden. Wie im April bekannt wurde, hat die Studie ihren primären Wirksamkeitsendpunkt nicht erreicht. Das bedeutet, dass sich die neue Substanz im Vergleich zu Regorafenib im Hinblick auf das so genannte progressionsfreie Überleben (PFS) als weniger wirksam erwiesen hat. Die Zulassung der US-amerikanischen Zulassungsbehörde FDA (Food and Drug Administration) wurde daher nicht erteilt.

Wichtig ist dabei allerdings: Die US-Zulassung und die Wirksamkeit bei GIST-Patienten mit Exon 18 D842V Mutation bleiben davon unberührt. Für diesen Bereich läuft auch das Zulassungsverfahren bei der European Medicines Agency, der europäischen Zulassungsbehörde. Eine Entscheidung wird noch in diesem Jahr erwartet.