Die histopathologische Diagnose von Sarkomen und die Erkennung behandlungsrelevanter Subtypen ist häufig schwierig. Sie setzt neben spezifischen Kenntnissen auch spezielle Untersuchungstechniken voraus, die nicht an jedem Pathologischen Institut verfügbar sind. Angesichts der Seltenheit mancher Sarkomsubtypen ist es daher sinnvoll, seltene Sarkome referenzpathologisch in bekannte Institute zu versenden, anstatt entsprechende diagnostische Tests lokal vor Ort aufzubauen. Aspekte der Qualitätssicherung in der Anwendung von molekularen Techniken spielen eine zusätzliche Rolle, da bei nur geringer Expertise häufiger Fehler in der Bewertung von Spezialbefunden auftreten können.

Deshalb werden die Gewebeproben mancher Fälle zur Absicherung der Diagnose in Pathologische Institute mit langjähriger diagnostischer und wissenschaftlicher Erfahrung auf dem Gebiet der Sarkomdiagnostik – den sog. Referenzzentren - versendet. Diese Praxis hat sich in den vergangenen Jahren für zahlreiche Tumorentitäten außerordentlich bewährt und wird in den meisten europäischen und nicht-europäischen Ländern durchgeführt. Die Notwendigkeit zur Referenzpathologie erkennt entweder der primär versorgende Pathologe selbst, oder sie ergibt sich aus besonderen klinischen Erfordernissen. Dies kann z. B. auch für eine dem individuellen Fall definitiv angepasste Therapie notwendig sein. Bei der Behandlung von Patienten in Therapiestudien ist eine referenzpathologische Begutachtung in aller Regel zwingend erforderlich.

Im Rahmen der Therapie von Sarkomen in Therapiestudien der GISG, der Ewing- und Osteosarkom-Konsortien (CESS, COSS), der EORTC Soft Tissue and Bone Sarcoma Group oder der US-amerikanischen SARC (Sarcoma Alliance through Research Cooperation) sowie auch für spezielle klinisch-pathologische Fragestellungen hat sich in den letzten Jahren die Zusammenarbeit mit nebenstehenden Referenzzentren bewährt (nach Postleitzahl), (SP: Schwerpunkt):

Institut für Gewebediagnostik Berlin,
Helios Klinikum Emil von Behring

PD Dr. M. Werner
(SP: Knochen- und Weichgewebetumoren)
Walterhöferstr. 11, 14165 Berlin
Institut für Pathologie,
Universitätsklinikum Essen
Prof. Dr. H.-U. Schildhaus
(SP: GIST, Weichgewebetumoren)
Hufelandstraße 55, 45147 Essen
Institut für Pathologie,
Sektion Kinderpathologie,
Universitätsklinikum Bonn

Prof. Dr. C. Vokuhl
(SP: Pädiatrische Sarkome)
Venusberg-Campus 1, 53127 Bonn

Institut für Pathologie,
Universitätsklinikum Göttingen
Prof. Dr. P. Ströbel
(SP: GIST, Weichgewebetumoren)
Robert-Koch-Str. 40, 37075 Göttingen
Gerhard-Domagk-Institut für Pathologie,
Universitätsklinikum Münster
Prof. Dr. E. Wardelmann, PD Dr. W. Hartmann
(SP: GIST, Weichgewebetumoren, Knochentumoren)
Albert-Schweitzer-Campus 1, Gebäude D17, 48149 Münster
Pathologisches Institut,
Universität Heidelberg
PD Dr. G. Mechtersheimer
(SP: Weichgewebetumoren)
Im Neuenheimer Feld 224, 69120 Heidelberg
Dermatopathologie Friedrichshafen Prof. Dr. T. Mentzel
(SP: Kutane und Weichgewebesarkome)
Siemensstraße 6 /1, 88048 Friedrichshafen
Institut für Pathologie,
Universitätsklinikum Erlangen
Prof. Dr. F. Haller, Prof. Dr. A. Agaimy
(SP: GIST, Weichgewebetumoren)
Krankenhausstraße 8-10, 91054 Erlangen

 

Quelle und Inhalte: German Interdisciplinary Sarcoma Group (GISG)