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Gute Nachrichten für Patientinnen und Patienten mit Weichteilsarkomen:
Erstmals hat die Europäische Gesellschaft für Strahlentherapie und Onkologie (ESTRO) eine eigene klinische Leitlinie zur Strahlentherapie bei Weichteilsarkomen der Extremitäten und der Rumpfwand veröffentlicht. Die Leitlinie wurde zusätzlich von der US-amerikanischen Fachgesellschaft für Radioonkologie ASTRO (American Society for Radiation Oncology) offiziell unterstützt („endorsed“). Damit handelt es sich um eine international abgestimmte Empfehlung, die von führenden Expertinnen und Experten aus Europa und Nordamerika gemeinsam erarbeitet wurde.

Als geteilter Erstautor war Herr PD. Dr. Siyer Roohani von der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE) maßgeblich an der Erstellung der Leitlinie beteiligt.

Was bedeutet das für Patientinnen und Patienten?

Die neue Leitlinie fasst den aktuellen wissenschaftlichen Stand zusammen und gibt klare Empfehlungen für die strahlentherapeutische Behandlung. Die wichtigsten Punkte:

  • Behandlung in spezialisierten Sarkomzentren
    Entscheidungen sollten in einem interdisziplinären Team aus erfahrenen Sarkom-Expertinnen und -Experten getroffen werden.
  • Strahlentherapie häufig vor der Operation
    In vielen Fällen wird eine Strahlentherapie vor der Operation empfohlen. Sie kann helfen, den Tumor zu verkleinern und langfristige Nebenwirkungen zu reduzieren.
  • Moderne, präzise Strahlentherapie
    Neue Techniken ermöglichen eine gezielte Behandlung und schonen gesundes Gewebe besser.
  • Individuelle Therapieplanung
    Größe, Lage und Art des Sarkoms werden bei der Behandlungsentscheidung berücksichtigt.
  • Neue Ansätze in Entwicklung
    Neue Strategien wie Hypofraktionierung (kürzere Bestrahlung mit höheren Einzeldosen) oder Kombinationen mit Immuntherapien zeigen vielversprechende Ergebnisse, sind aber noch nicht Standard.

Ziel der Leitlinie

Die neue ESTRO-Leitlinie soll dazu beitragen, dass Patientinnen und Patienten eine einheitliche, moderne und evidenzbasierte Behandlung erhalten. Die internationale Zusammenarbeit und die Unterstützung durch ASTRO unterstreichen die hohe Bedeutung dieser weltweit abgestimmten Empfehlungen.

Hier finden Sie die vollständige Leitlinie.

 

Onkopedia Die neue Onkopedia-Leitlinie zu den Osteosarkomen ist online. Sie wurde unter der wissenschaftlichen Leitung von Prof. Dr. Lars Lindner (München) gemeinsam mit einer interdisziplinären Arbeitsgruppe (Chirurgie/Orthopädie, Epidemiologie, medizinische Onkologie, pädiatrische OnkologiePathologie, Radiologie, Strahlentherapie) erarbeitet, unter Einbeziehung der Deutschen Sarkom-Stiftung, die die Stimme der Patientenvertretung übernommen hat.

Änderungen gegenüber der Vorversion betreffen unter anderem die Aktualisierung der Epidemiologie von Osteosarkomen in Deutschland, Österreich und der Schweiz, die Differenzierung der WHO-Klassifikation für Osteosarkome, Spezifizierung von Therapieempfehlungen bei Vorliegen bestimmter Keimbahnmutationen und die Einbeziehung neuerer Daten zur medikamentösen Therapie von Osteosarkomen und Spezifizierung einzelner Empfehlungen zur medikamentösen Therapie anhand aktueller Studienergebnisse. 

Auf der Onkopedia-Webseite kann die neue Leitlinie im Änderungsmodus eingesehen werden, so dass alle Änderungen zur Vorversion nachvollzogen werden können. Eine Download-Version steht ebenfalls direkt bei Onkopedia zur Verfügung. 

Hier geht es zur aktualisierten Leitlinie Osteosarkome (Stand: April 2026)

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Mit dem Podcast „selten & solide“ gibt die Deutsche Sarkom-Stiftung Menschen mit Sarkomen eine Stimme. In den Episoden sprechen die beiden Gastgeberinnen Odette Helbig und Verena Blix mit Betroffenen, Angehörigen, Hinterbliebenen sowie medizinischen Fachkräften über Erfahrungen mit der seltenen Krebsart, aktuelle Entwicklungen in Forschung und Therapie sowie Themen aus dem Alltag mit der Erkrankung.

Die Gespräche bieten persönliche Einblicke, verständliche Informationen und Raum für Austausch innerhalb der Sarkom-Community. Ziel des Podcasts ist es, Aufmerksamkeit für Sarkome zu schaffen, Wissen zu vermitteln und Betroffene zu vernetzen.

„selten & solide“ erscheint regelmäßig und ist auf Spotify verfügbar. Neue Folgen greifen aktuelle Themen aus der Sarkomforschung, Patientenperspektiven und Projekte der Stiftung auf – immer mit dem Anspruch, seltene Erkrankungen sichtbarer zu machen und Betroffene zu stärken. 

Hören Sie gerne in die Folgen bei Spotify rein: selten&solide | Podcast on Spotify. Wir freuen uns! 

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Die Strahlentherapie ist eine zentrale Säule der modernen Krebsbehandlung und rettet jedes Jahr tausenden Menschen das Leben. In seltenen Fällen kann diese erfolgreiche Therapie jedoch Jahre später eine schwerwiegende Spätfolge haben: ein sogenanntes strahleninduziertes Sarkom (Radiation-Induced Sarcoma, RIS). Um diese seltene, bislang wenig erforschte Erkrankung besser zu verstehen, ist jetzt das bundesweite Forschungsprojekt TTRIS-CSI gestartet, eine multizentrische Beobachtungsstudie zur Erforschung strahleninduzierter Sarkome. 

Was sind strahleninduzierte Sarkome?

Strahleninduzierte Sarkome sind bösartige Tumoren des Binde-, Muskel- oder Stützgewebes, die Jahre oder sogar Jahrzehnte nach einer Strahlentherapie auftreten können. Sie gehören zu den sehr seltenen Spätfolgen einer ansonsten hochwirksamen Krebstherapie. Häufige Formen sind unter anderem Angiosarkome, undifferenzierte pleomorphe Sarkome sowie andere Weichteil- und Knochensarkome. Obwohl auch hier sehr selten, werden RIS verhältnismäßig oft nach einer früheren Brustkrebserkrankung beobachtet. 

Interdisziplinär, bundesweit, patientenzentriert

In dem Projekt arbeiten bundesweit führende Spezialist:innen eng und interdisziplinär zusammen – aus den Bereichen Sarkom- und Brustkrebs-Medizin, Senologie, Pathologie, Humangenetik, Strahlentherapie, translationale Krebsforschung, Epidemiologie, Psychoonkologie sowie der Patientenbeteiligung über die Deutsche Sarkom-Stiftung. Gemeinsam untersuchen sie klinische Daten, Bestrahlungspläne, Tumor- und Blutproben sowie psychosoziale Aspekte der Erkrankung.

„Strahleninduzierte Sarkome sind selten, aber für die Betroffenen eine enorme körperliche und seelische Belastung“, sagt Prof. Jens Jakob, Projektkoordinator von TTRIS-CSI und Sarkom-Experte an der Universitätsmedizin Mannheim. „Unser Ziel ist es, die Ursachen dieser Erkrankung besser zu verstehen und langfristig mehr Sicherheit nach einer Krebsbehandlung zu schaffen.“

Größte systematisch untersuchte Kohorte strahleninduzierter Sarkome in Deutschland

Im Rahmen von TTRIS-CSI sollen Daten von 200 bis 300 Patientinnen und Patienten mit strahleninduziertem Sarkom (RIS) in ganz Deutschland gesammelt werden. Damit entsteht eine der größten systematisch wissenschaftlich untersuchten RIS-Kohorten weltweit. Die molekularen Analysen erfolgen über die etablierte MASTER-Plattform am Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) und dem Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ). „Durch die Kombination modernster molekularer Analysen mit Daten zur Strahlentherapie und zur Krankengeschichte können wir erstmals systematisch untersuchen, warum strahleninduzierte Sarkome bei manchen Menschen entstehen und bei anderen nicht“, erklärt Prof. Stefan Fröhling, Leiter der MASTER-Plattform. 

Langfristiger Nutzen für Patient:innen und Behandler

Zentrales Anliegen von TTRIS-CSI ist es, individuelle Risikofaktoren für strahleninduzierte Sarkome zu identifizieren. Daraus sollen langfristig neue Ansätze entstehen für eine frühere Erkennung von RIS, eine gezieltere Nachsorge nach Strahlentherapie, sowie informierte, gemeinsame Entscheidungen zwischen Patient:innen und Behandler:innen. Die Studienteilnahme hat keinen direkten Einfluss auf die individuelle Behandlung. In einzelnen Fällen können jedoch aus den Untersuchungen Hinweise entstehen, die für die persönliche Beratung oder Nachsorge hilfreich sind. Auch psychosoziale Belastungen von Betroffenen und ihren Familien werden gezielt untersucht, um verständliche Informations- und Unterstützungsangebote zu entwickeln.

Kontakt: 

Patient:innen, die nach einer früheren Strahlentherapie an einem Sarkom erkrankt sind, sowie behandelnde Ärzt:innen können sich direkt an das Studien-Team wenden:

Universitätsmedizin Mannheim, Sarkom-Zentrum (SarcoMA): Prof. Dr. Jens Jakob, Dr. Melissa Harbrücker, Dr. Nadine Stroh (Projektkoordination) 

Email:

Weitere Informationen: TTRIS-CSI: Uniklinik Mannheim 

Der Krebsinformationsdienst bietet einen Überblick zum Krankheitsbild: Strahleninduzierte Sarkome