Herzlich Willkommen im Forum der Deutschen Sarkom-Stiftung, Gast
Benutzername: Passwort: Angemeldet bleiben:
  • Seite:
  • 1

THEMA: Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 07 Mai 2021 09:24 #734

Ich habe beste Erfahrung mit VDK gemacht, die kümmern sich um den Antrag. Mir wurde auch nach der OP in Regensburg vom sozialen Dienst gesagt, ich soll sofort die Berichtigung meines Ausweises (30% wg.Knie) beantragen. Hab zwar keine 100 % bekommen, sondern 90%, da davon ausgegangen war, daß es nach 5 Jahren gut ist.
Beim VDK bin ich schon seit 30 Jahren,die kümmern sich um diese Anträge, führen auch mal einen Prozess mit minimaler Eigenbeteligung und mein Rentenantrag wurde auch von Ihnen gestellt.
LG BriAnna

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 04 Mai 2021 11:26 #727

Hallo,
für die Antragstellung gibt es entsprechende Formulare beim Landratsamt oder auf der Homepage der Landratsämter zum Herunterladen.
In meiner kleinen Heimatstadt hat das Landratsmt sogar eine Krebsberatungsstelle mit einer kompetenter und wirklich unterstützenden Mitarbeiterin.
Außerdem kann man Unterstützung beim VdK (Verband der Körperbehinderten) bekommen, den es in vielen (auch kleineren) Städten gibt.

Es empfiehlt sich dem Antrag, Befunde der betreuendnen Onkologen ggf. Psychologen, Hausärzte beizulegen. Idealerweise bringen diese leicht verständlich die schwere der Erkrankung zum Ausdruck (Stichworte: metastasiert, OP mit Folgeerscheinung, palliativ o.ä. ). Das Amt schickt ggf. ein Formular an die betreuenden Ärzte und dann kann es dauern.

Bei metastasierten Krebserkrankung ohne Chance auf vollständige Heilung wird meist gleich der Grad der Behinderung 100 gegeben:

Der Schwerbehindertenausweis hat u.a. ff. Vorteile:

- erhöhter Kündigungsschutz und das Recht auf Teilhabe (der Arbeitgeber erfüllt damit auch seine gesetzliche Quote zur Teilhabe für Behinderte)
- Steuererfreibetrag , relevant bei Berufstätigen bzw. einer Nebenbeschäftigung und bei hoher Rente sowie wenn man z.Bsp. neben dem jeweiligen Grund-Lebensunterhalt, Zahlungen aus einer Berufsunfähigkeitsversicherung erhält,
- ermäßigte Eintrittskarten, tw. freier Eintritt,
- Befreiung von Kurtaxen etc. an Urlaubsorten,
- (hilft ggf. auch bei der Anmeldung der Coronaimpfung für Partner oder betreuende Personen (2 Personen) )

G für Gehbehinderung:
- Gist / Sarkome: Einschränkungen durch Nebenwirkungen der Therapie oder nach OP, Auswirkungen auf den Bewegungsapparat oder die Fitness (die Grenze liegt tw. bei 30min selbstständiges gehen - dazu unbedingt selbst belesen!)
- Sarkome: Einschränkungen nach OP und ggf. damit verbundenen Prothesen o.ä.

Vorteile:
- kostenlose Beförderung in Bus Bahn (außer IC, ICE) nach Beitrag von 40€ für 6 Monate,
- oder 50% auf die Kfz-Steuer.

Andreas

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 06 Apr 2021 15:19 #643

Bei metastasiertem GIST, und wahrscheinlich auch anderen Krebsarten, gibt es in Hamburg den Schwerbehindertenausweis mit Grad 100, ohne das weitere Beschwerden vorliegen.In Anbetracht der Unkenntnis, dass GIST-Metastasen niemals vollständig ausgeräumt werden können, gibt es den Ausweis zunächst für 5 Jahre. Schön wäre es, wenn er nicht verlängert würde. Aber diesen Fall wird es wohl nicht geben. Obwohl die erste GIST-OP bereits 2002 erfolgt, habe ich den Antrag erst 2018 gestellt und damit viel Steuern zuviel bezahlt. Unter Schwerbehinderung hatte ich mir nur einen fehlenden Arm, Bein oder Kopf vorgestellt und kein Problem, was meist nur innerlich "sichtbar" wäre.

@copi GdB von 100 %, es gibt keine Prozentangabe bei der Behinderung. Man spricht von einem Grad der Behinderung. Nur als Hinweis.
Mein Partner der GIST. Wenn er gewinnt, hat er verloren.

GIST am Dünndarm, Exon 11, DEL Codon 558, seit 2001 | Glivec 12 Jahre ab 2005 | Sutent 2 Jahre | Avapritinib 1,5 Jahre | Regorafinib seit 8/2020
4 Bauchoperationen wegen Tumorentfernung 2002 | 2005 | 2013 | 2017 zusätzl. Gallenblase...

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

Letzte Änderung: von Oldenfelde.

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 06 Apr 2021 11:06 #642

Gerne gebe ich meine Erfahrungen, die ich bei der Antragstellung gemacht habe, weiter.
Meine Operation (Entfernung Liposarkom) war im März 2020. Den Antrag auf Schwerbehinderung habe ich im Dezember 2020 gestellt.
Mir war bis dahin gar nicht klar, dass ich bei dieser Diagnose einen entsprechenden Antrag stellen kann. Ein Bekannter hat mich im
Dezember 2020darauf hingewiesen, dann wurde ich auch gleich tätig.
Mit der Antragsstellung eingereicht habe ich den endgültigen Arztbrief und erläuternde Worte zu meinem psychischen Zustand
nach dieser Krebsdiagnose.
Ziemlich am Ende des Antrages gibt es die Möglichkeit, den Antrag rückwirkend zu stellen. Das habe ich gemacht.
Der Antrag war recht lange in Bearbeitung, weil er wohl an einer Stelle „hängengeblieben“ ist. Ich habe meinerseits erst
nach ca. 2 Monaten nachgehakt , da war die Verwunderung beim Mitarbeiter groß, dass der Antrag noch nicht an die nächste Instanz
weitergeleitet wurde. Dann ging es ganz schnell und innerhalb von 2 Wochen war der Bescheid da.
Ich habe rückwirkend zum OP-Tag einen GdB von 100 % unbefristet erhalten.
Aus heutiger Sicht kann ich nur empfehlen, ca. 2 – 3 Wochen nach Antragstellung nachzufragen und sich nach dem
Stand der Bearbeitung zu erkundigen.

Bitte Anmelden oder Registrieren um der Konversation beizutreten.

  • Seite:
  • 1
Ladezeit der Seite: 0.288 Sekunden