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THEMA: Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 17 Mai 2021 17:05 #757

no1979 schrieb: Ich wünsche euch viel Erfolg bei euren Anträgen und dass ihr Sie vielleicht doch irgendwann nicht mehr braucht.


Wer einmal erfolgreich einen SBAusweis erhalten hat, wird ihn in den meisten Fällen von Krebs behalten. Zumindest, wenn der Krebs gestreut hat.
Die Frage ist, was der Ausweis nutzt. Wer nicht mehr arbeitet, hat kaum noch Vorteile, es sei denn, die Rente ist sehr hoch und man kann von einer Steuerersparnis profitieren.
Allerdings gibt es auch Veranstaltungen mit Ermäßigung für Schwerbehinderte. Die Grenze liegt meist bei 50 oder 80 GdB.
Mein Partner der GIST. Wenn er gewinnt, hat er verloren.

GIST am Dünndarm, Exon 11, DEL Codon 558, seit 2001 | Glivec 12 Jahre ab 2005 | Sutent 2 Jahre | Avapritinib 1,5 Jahre | Regorafinib seit 8/2020
4 Bauchoperationen wegen Tumorentfernung 2002 | 2005 | 2013 | 2017 zusätzl. Gallenblase...

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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 14 Mai 2021 17:49 #748

Hallo,

ich habe zwar kein GIST, aber auch einen GdB von 50.

Das Problem bei der Beantragung ist im Allgemeinen (wenn es nicht um Krebs geht), dass leider nicht die Krankheit alleine schon ausreicht, sondern die Auswirkung auf das Leben maßgeblich ist.

Ich habe zB offiziell eine Arthrose 4. Grades, kann aber super damit laufen und hab fast nie Schmerzen, andere "gehen damit schon auf dem Zahnfleisch" und sind kurz vor einer Knieprothese.
Diese sind dann deutlicher in ihrem Leben "behindert" als ich und der GdB fällt leichter höher aus.
[Wenn man dann eine Prothese hat, fällt der GdB wieder geringer aus, denn man kann dann ja wieder "super" laufen]

Wegen einer anderen Erkrankung muss ich mein Leben lang Tabletten nehmen, das macht aber meine Lebensqualität besser, ohne wäre mein Leben schon gefährdet (und es wird zumindest auch als Krankheit anerkannt)

Und bezüglich meiner Haupterkrankung habe ich den Selbsteinschätzungsbogen seeeehr ausführlich ausgefüllt (1-2 Word Seiten, also gar nicht in einem Formular) und wirklich jede noch so klitze-kleine Auswirkung aufgeführt.
Denn wenn ich nur sagen würde, mir geht es schlecht damit, kann jemand Außenstehndes ja noch nicht abschätzen was das heißt.

Ich kenne Menschen, die sagen "ich will ja nicht jammern" und die dann auch beim Arzt nicht jede Kleinigkeit nennen.
Aber gerade das wäre sehr hilfreich, denn wenn etwas dokumentiert ist, ist es offizieller.

Das zur Krankheitseinschätzung.

Zur Antragsstellung können, wie ihr schon sagtet, die beiden Sozialverbände echt hilfreich sein (VdK und der SoVD), sie helfen beim Ausfüllen und bei Widersprüchen und Klagen.
Der Monatsbeitrag (von aktuell ca. 5-8 Euro, je nach Landesverband) kann da schon einmal gut investiert sein.

Ich persönlich denke mir immer, wenn ich mal eine unbefristete Schwerbehinderung haben sollte (also mind. GdB 50), stelle ich lieber keinen neuen Antrag um evtl 10-20 Punkte mehr zu bekommen, wenn mir das nicht wirklich viel mehr Vorteile bringt. Aber noch werde ich immer noch überprüft.

Nun gut.

Ich wünsche euch viel Erfolg bei euren Anträgen und dass ihr Sie vielleicht doch irgendwann nicht mehr braucht.
_____________________________________________


Dass etwas Gutartiges so Schei*** sein kann!


bis jetzt 5 Knie OPs (2010, 2014, 2017, 2019, 2021)

watch-and-wait --> nächstes Kontroll-MRT ca 11/2021

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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 14 Mai 2021 05:31 #745

Vielen Dank für die Rückmeldung, @Oldenfelde .
"Nur Tabletten zu schlucken, ist allerdings keine Behinderung."
Nun, so gesehen müsste ich meinen GdB 80 auch zurückgeben. Schließlich schlucke ich auch "nur" Tabletten.
Vielleicht melden sich ja noch andere GIST-Betroffene, die dauerhaft Imatinib schlucken, und was bei denen nach 5 Jahren passiert ist - GdB behalten oder futsch?
Vielen Dank und viele Grüße, Gisa

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Letzte Änderung: von Gisa.

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 13 Mai 2021 15:56 #744

Gisa schrieb: Vielen Dank, @Oldenfelden , für die Liste!

Eine Frage, wie ist es denn, wenn man lebenslang Imatinib einnimmt, also kein "Therapie-Ende", aber in den 5 Jahren auch keinen Rückfall hatte?
Der Kollegin wurde wie gesagt der Schwerbehinderten-Status wieder "weggenommen" (sie hatte GdB 90), obwohl sie weiterhin das Zeug schlucken muss.
Hatte hier jemand schon eine solche Situation, und konnte den GdB behalten?

Vielen Dank und viele Grüße, Gisa


Das zuständige Amt bzw. die dortigen Ärzte beurteilen den Zustand des Patienten. Wenn es keine sichtbare Behinderung gibt muss man sich wehren und Unterlagen über die innere Krankheit vorlegen. Nur Tabletten zu schlucken, ist allerdings keine Behinderung. Um genaue Auskunft geben zu können, muss man den Fall besser kennen.
Es gibt immer die Möglichkeit des Wiederspruchs, wenn man tatsächlich der Meinung ist, behindert zu sein. Behinderungen können auch seelischer Art sein. Wer in ständiger Angst lebt, zu sterben, ist im Leben behindert. Die Bewertung ist allerdings schwierig und wird in einem Ärzteteam gemeinsam entschieden.
Ich habe bisher GdB100, aber aktuell erfolgt eine Überprüfung, ob das noch angemessen ist. Bei metastasiertem GIST ist die Angemessenheit gegeben. Trotzdem dauert die Bewertung mittlerweile schon zwei Monate.
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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 13 Mai 2021 14:53 #742

Hallo,
entscheidende Punkte für die Bewertung des GDB sind:
- Status der Erkrankung, d.h. fortgeschrittene metastasierte Erkrankung oder "nur" Primärtumor,
- Chance auf Linderung bzw. Heilung durch Therapie oder OP (Resektion) des entarteten Gewebes,
- medikamentöse Langzeit- oder Dauertherapie nach OP oder rein palliativer Behandlung

Bei fortgeschrittener metastasierten Erkrankung ohne Chance auf deutliche Verbesserung und rein palliativer Therapie sollte es GDB 100 geben.
Nach erfolgreicher Therapie (OP) bzw. Verbesserung und weiterer adjuvanter Medikamenteneinnahme, um das Rückfallrisiko zu verringern, kann es einen geringen GDB geben.

Andreas

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Letzte Änderung: von Andreas Knoch.

Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 13 Mai 2021 10:30 #741

Vielen Dank, @Oldenfelden , für die Liste!

Eine Frage, wie ist es denn, wenn man lebenslang Imatinib einnimmt, also kein "Therapie-Ende", aber in den 5 Jahren auch keinen Rückfall hatte?
Der Kollegin wurde wie gesagt der Schwerbehinderten-Status wieder "weggenommen" (sie hatte GdB 90), obwohl sie weiterhin das Zeug schlucken muss.
Hatte hier jemand schon eine solche Situation, und konnte den GdB behalten?

Vielen Dank und viele Grüße, Gisa

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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 12 Mai 2021 10:59 #738

Es gibt viele Listen mit Beispielen zu GdB Werten. Eine recht lange Liste findet man hier: GdB-Liste

Bei metastasiertem GIST wird meist ein GdB von 80-100 vergeben. Sind Lber oder Nieren mit Metastasen befallen, erhält man GdB 100.
Fühlt man sich ungerecht bewertet, kann man einen fachkundigen Anwalt oder den VdK aufsuchen.
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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 12 Mai 2021 08:07 #737

Schönen Tag in die Runde,
das ist ja interessant, mit den verschiedenen GdB bei GIST.
Wird denn unterschieden in wie schlimm die Metastasierung bereits ist?
Ich habe aufgrund der Tumorgröße über 10 cm (aber nicht so beeindruckend wie ich inzwischen bei anderen Mitgliedern hier gelesen habe, meine Güte) , recht hoher Teilungsrate, einer "kleinen" Metastasierung und Tumorruptur bei der OP (wusste ich aber bei der Antragsstellung noch nicht, musste ich erst selber herausfinden) und Imatinib für immer und ewig, zumindest so lange das Zeug gut wirkt, also "high risk GIST", GdB 80 bekommen und fand das schon sehr beeindruckend.
Bei einer Kollegin mit der selben Diagnose ist der GdB nun vollständig weggenommen worden, weil sie noch keinen Rückfall hatte und die 5 Jahre vorbei waren. Sie nimmt aber auch weiterhin Imatinib ein. Sie hatte GdB 90, obwohl selbes Bundesland wie ich.
Gibt es denn Regeln, wieviel GdB einem wann + wie zusteht, so dass man evtl Widerspruch einlegen kann?
Vielen Dank und viele Grüße, Gisa

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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 07 Mai 2021 09:24 #734

Ich habe beste Erfahrung mit VDK gemacht, die kümmern sich um den Antrag. Mir wurde auch nach der OP in Regensburg vom sozialen Dienst gesagt, ich soll sofort die Berichtigung meines Ausweises (30% wg.Knie) beantragen. Hab zwar keine 100 % bekommen, sondern 90%, da davon ausgegangen war, daß es nach 5 Jahren gut ist.
Beim VDK bin ich schon seit 30 Jahren,die kümmern sich um diese Anträge, führen auch mal einen Prozess mit minimaler Eigenbeteligung und mein Rentenantrag wurde auch von Ihnen gestellt.
LG BriAnna

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Erfahrung bei der Beantragung eines Schwerbehindertenausweises 06 Apr 2021 15:19 #643

Bei metastasiertem GIST, und wahrscheinlich auch anderen Krebsarten, gibt es in Hamburg den Schwerbehindertenausweis mit Grad 100, ohne das weitere Beschwerden vorliegen.In Anbetracht der Unkenntnis, dass GIST-Metastasen niemals vollständig ausgeräumt werden können, gibt es den Ausweis zunächst für 5 Jahre. Schön wäre es, wenn er nicht verlängert würde. Aber diesen Fall wird es wohl nicht geben. Obwohl die erste GIST-OP bereits 2002 erfolgt, habe ich den Antrag erst 2018 gestellt und damit viel Steuern zuviel bezahlt. Unter Schwerbehinderung hatte ich mir nur einen fehlenden Arm, Bein oder Kopf vorgestellt und kein Problem, was meist nur innerlich "sichtbar" wäre.

@copi GdB von 100 %, es gibt keine Prozentangabe bei der Behinderung. Man spricht von einem Grad der Behinderung. Nur als Hinweis.
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